Symbiosen im Boden

Wer ernährt den Boden?

Warum Dünger aus der Tüte Fast Food ist und was das mit Pflanzen zu tun hat. Das erfährst du hier.

Boden ist nicht gleich Boden,

auch wenn es von außen vielleicht so aussieht.

Der Schüttel-Test – Woraus besteht dein Boden?

Du brauchst:

  • Erde deiner Wahl (z. B. aus deinem Garten, aus dem Wald, von einer Rasenfläche) aus 15 cm Tiefe
  • ein durchsichtiges Schraubglas mit Deckel
  • Wasser

Durchführung

  1. Fülle das Glas zur Hälfte mit Erde, benutze ein Küchensieb um Steine herauszufiltern.
  2. Gieße Wasser ins Glas bis es fast voll ist.
  3. Zuschrauben und kräftig schütteln bis sich alles vermischt hat.
  4. Lass das Glas über Nacht ungestört stehen.
EIn Glas mit Erde. Die Erde besteht aus drei Schichten. Die obere Schicht ist dunkelbran, die mittlere Schicht hellbraun und die untere Schicht gelbbraun.

Guten Morgen!

Schau dir das Glas an. Jetzt kannst du sehen, aus welchen Bestandteilen sich dein Boden zusammensetzt: Oben Ton, in der Mitte Schluff und unten Sand.

Drei Gläser bei denen die drei Schichten Erde unterschiedlich verteilt sind. Im linken Glas ist sehr viel Sand, im zweiten Glas mehr Schluff und im dritten Glas ist eine hohe Tonschicht.

Boden ist nicht gleich Boden:

Je nachdem, wo du wohnst und wo du den Boden eingesammelt hast, kann das Ergebnis ganz unterschiedlich sein.

Aus den Anteilen von Ton, Schluff und Sand wird die Bodenart bestimmt. Von ihr hängt z. B. ab, welche Pflanzensorten in einer Region angebaut werden.

Werde ein Pro:

Nimm für den nächsten Versuch einen Messbecher. Jetzt kannst du die prozentualen Anteile von Ton, Schluff und Sand in deinem Boden bestimmen. Such im Internet nach dem Soil Classification Triangle. Mit diesem Chart kannst du deinem Boden einen Namen geben. Was wird er sein? Sandiger Lehm, schluffiger Ton…?

Du bist, was du isst.

Pflanzen brauchen zum Wachsen neben Licht, Wasser und CO2 auch Nährstoffe. So wie wir etwas zu Essen brauchen. Ihre Nährstoffe beziehen sie aus dem Boden. Mit der Ernte werden viele Nährstoffe, die in den Pflanzen stecken vom Feld geräumt. Sie wandern also nicht in den Boden zurück, sondern auf unsere Teller.

Die Methoden, wie die Nährstoffe zurück in den Acker kommen, sind ganz unterschiedlich.

Sind Hülsenfrüchte die Superhelden, die unsere Welt retten werden?

Der Anbau von Hülsenfrüchtlern (Leguminosen) ist eine natürliche Form, Stickstoff in den Boden zu bringen. Wieso? Symbiose!

Knöllchenbakterien leben mit Leguminosen zusammen. Sie fixieren den Luftstickstoff und stellen ihn der Pflanze zur Verfügung. Wenn man die Leguminosen als Gründünger unterpflügt, steht er auch anderen Pflanzen zum Wachstum zur Verfügung.

© Marion Hunger

In der konventionellen Landwirtschaft wird überwiegend chemisch-synthetischer Dünger („Mineraldünger“) eingesetzt. Der hat einen großen Nachteil: Die Herstellung ist extrem energieaufwändig.

Die Mineraldüngerproduktion war im Jahr 2018 für etwa 2,4 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das ist mehr als der Anteil des globalen Geschäftsflugverkehrs im selben Jahr!

(Grafik nach Idel & Beste, 2018, S. 24)

Düngung mit Leguminosen statt Mineraldünger verringert den CO2-Ausstoß in der Landwirtschaft also erheblich.

Hülsenfrüchte – unsere Superhelden

Hülsenfrüchte erleben als Protein-Wunder grade ein Revival. Als Alternative zu tierischem Eiweiß sind sie nicht nur ein Superfood, sondern auch Superhelden im Kampf gegen den Klimawandel. Elisabeth Berlinghof vom Zentrum für Agrarlandschaftsforschung erzählt uns in diesem Video mehr über die geheimen Superkräfte von Erbsen, Bohnen, Linsen und Co..

Mehr Infos rund um Hülsenfrüchte gibt es in unserer Slowpedia:

Die Supermarkt-Challenge

Welche Hülsenfruchtsorten (= z. B. Erbsen, Bohnen, Linsen) kennst du?

Schreibe sie untereinander auf einen Zettel!

Aufgabe

Schnapp dir deine Freund*innen, Geschwister oder Klassenkamerad*innen für einen kleinen Wettbewerb.

Teilt euch in Teams auf!
Jedes Team geht in einen anderen Einkaufsort, z. B.:

  • Supermärkte
  • Discounter
  • Bioläden/ einen Biosupermarkt
  • auf einen Wochenmarkt
  • einen Unverpacktladen etc.

Wer die meisten Sorten findet, hat gewonnen.

Schaut euch das Sortiment an und schreibt alle Hülsenfruchtsorten und ihre Herkunft auf, die ihr finden könnt. Ihr könnt eure Liste abhaken und ergänzen.

Agrobiodiversität

Die weltweit existierenden Tierrassen und Pflanzensorten sind das Ergebnis jahrtausendelanger Selektion in menschlichen Gemeinschaften. Das hat nicht nur eine große Geschmacksvielfalt geschaffen, sondern auch eine Vielfalt an traditionellen Verarbeitungsmethoden.

Es gibt geschätzte 20.000 Sorten von Hülsenfrüchten auf der Welt.

Wie viele habt ihr gefunden?
Es gibt übrigens auch mind. 10.000 verschiedene Tomatensorten und 20.000 Apfelsorten. Warum werden so wenige von ihnen im Handel verkauft?

05 Kann man Boden schmecken?

Wusstest du, dass Sortenvielfalt für uns überlebenswichtig ist? Dominik Klier und Theo Lindinger verkaufen in ihrem Kartoffel-Imbiss über das Jahr verteilt über 100 Kartoffelsorten! Warum ist Sortenvielfalt wichtig und kann man gesunden Boden in Lebensmitteln schmecken? Hör rein!

Welche Rezepte mit Hülsenfrüchten kennst du?

Alb-Leisa-Linsen-Hummus

Rezept von Martin Schneider, Mitglied der Slow Food Chef Alliance und Küchenchef im Hobenköök in Hamburg.

Zutaten

  • 500 g Alb Leisa Linsen (oder andere Linsen)
  • 4 EL gerösteter Sesam
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Olivenöl
  • 200g Naturjoghurt
  • 2 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Die Linsen in einem Topf mit Wasser ca. 15 Minuten weich kochen, abgießen und in einen Mixtopf geben.

Den Knoblauch schälen, sehr fein schneiden und zu den Linsen in den Mixtopf geben.

Gerösteten Sesam, Joghurt, Zitronensaft und die Gewürze dazugeben und das Ganze zusammen mixen.

Den Linsen-Hummus in einer Schale anrichten und einen Esslöffel Olivenöl als Topping darauf geben. Fertig!

Nun kann der Hummus als Brotaufstrich, als Dip oder als warme Komponente zu Gemüse gegessen werden.

www.slowfood.de/ca

06 Die bewegte Geschichte der Alblinse

Früher in der Schwäbischen Alb angebaut, geriet die Alblinse Mitte des letzten Jahrhunderts in Vergessenheit. Wie durch ein Wunder wurde sie wiederentdeckt, ist heute ein Passagier der Arche des Geschmacks von Slow Food und sorgt für reichlich Biodiversität auf den Äckern der Schwäbischen Alb.

07 Biodiversität in der Küche

Zwei Chef-Alliance-Köch*innen von Slow Food Deutschland sprechen in dieser Folge darüber, was Biodiversität in der Küche für sie persönlich bedeutet. Wie funktioniert es, biodivers zu kochen und wie kann ich meinen Geschmack schulen?

Hülsenfrüchte-Produzenten in deiner Region findest du hier:

Quiz

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